Internet-Seiten müssen „sexy“ sein Website-Design spielt große Rolle
Wie soll man das Lächeln der Mona Lisa beschreiben? Oder den komplizierten Aufbau der Ariane-Rakete? Am besten ist, man hat beides einmal gesehen, ist die Meinung von Jörg Engster und Andreas Teufel von der InformationsGesellschaft mbH, einer Bremer Firma, die digitale Informationssysteme entwirft und programmiert. In ihrem Vortrag „Ein Bild(schirm) sagt mehr als 1000 Worte“ zeigten die beiden Grafik-Designer auf der Mittelstandonline, wie komplexe Vorgänge und Strukturen mit Hilfe von Bildern und Grafiken anschaulich dargestellt werden können.
Der Aufbau einer Internet-Seite sei eben nicht nur „Oberflächen-Tralala“, erläuterte Teufel. „Er hat eine zentrale Bedeutung in der Kommunikation. Dabei ist die grafische Gestaltung nicht irrelevant.“ Und die soll nicht nur schön aussehen, sondern auch klar strukturiert sein und einen möglichst hohen Informationswert haben. So seien beispielsweise Navigationshilfen auf einer Website sehr wichtig, sagte Teufel. „Man muss bestimmte Hilfestellungen geben, damit der Benutzer sich zurechtfindet.“ Wie etwa beim eigenen Internet-Auftritt, wo auf jeder Seite oben links der genaue Menüpfad zu sehen ist, den der Nutzer gewählt hat.
Ein besonders attraktives Instrument, Informationen verständlich und interessant an den User zu bringen, sind Animationen. Mit ihrer Hilfe haben die Programmierer und Designer der InformationsGesellschaft auf der firmeninternen Intranet-Seite von Astrium den Bau der Ariane und die Countdownphase vor deren Start bildlich erläutert. „Wir mussten uns eine Bildsprache überlegen, um das darzustellen“, sagt Engster.
Ähnlich wie beim Transportunternehmen Weser-Ems-Bus. Teile von dessen Website zeigen das Bild zweier gegenüberliegender Sitzplätze im Bus. In der Fensterscheibe dahinter fährt die gewünschte Information wie eine Landschaft vorbei. Und bei der Fahrplanauskunft sind Abfahrt, Ankunft, Transportmittel sowie die Anzahl der Zugwechsel und die Wartezeiten dazwischen in einem Balkendiagramm dargestellt. „Die Idee hinter dem Design war, dass Weser-Ems-Bus nicht nur Tickets verkauft, sondern Busfahrten – also ein Erlebnis“, erklärt Engster.
Der Inhalt einer digitalen Präsentation müsse eben auch „sexy“ aufbereitet werden, findet Teufel. „Es geht darum, die Leute zu begeistern.“ Die seien vom Fernsehen sehr verwöhnt. So lassen sich die Designer auch für die eher trockenen Themen, wie beispielsweise die Website des Bremer Finanzsenators, etwas Originelles einfallen. Dort sind Euro-Scheine mit Bremer Motiven wie dem Dom, den Stadtmusikanten oder dem Rathaus ein grafischer Blickfang.
„Wir arbeiten zeichnerisch“, erläutert Teufel. Am Anfang eines Entwurfs stünden immer Stift und Papier. Sein Fazit: „Das Studium war eben doch nicht ganz unsinnig.“
Konstanze Richter |