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An einem Tag zum Online-Star

Virtueller Auftritt der ersten „Girls´Day-Band“

„He Doesn’t Want Your Love“ klang es zwar durch den Raum, aber die Mädchen wollten in jedem Fall: Nicht die Liebe, sondern ihren Auftritt als erste multimediale „Girls´Day-Band“. Bei der Informationsgesellschaft mbH schafften die neun Mädchen das, wovon andere Bands nur träumen: An einem einzigen Tag gegründet, Name gefunden, Musik aufgenommen, Fotos gemacht und ab damit ins Internet.

Und ganz nebenbei noch was gelernt. Denn die Agentur für Internet und Intranet hat die Girls nicht einfach nur zum Zugucken eingeladen. „Sie sollen lernen, dass die Technik bei uns viel mit Kreativität zu tun hat“, sagt Projekt-Managerin Nicole Buchholz.

Die Technik am Computer war zum Teil noch neu für die Mädchen, aber mit Kreativität kennen sie sich aus. Den „Girlsmission“-Song hat sich Anna Jäger (14) ausgedacht. „Ich habe eine ähnliche Melodie im Radio gehört und dann den Text dazu geschrieben“, sagt die Schülerin vom Schulzentrum Hamburger Straße. Sie und drei Freundinnen singen und komponieren sonst auch in einem Band-Projekt, aber gestern gingen sie zum ersten Mal mit ihrer Musik online.

Dazu mussten sie ihren Weg auf die Datenautobahn sorgfältig pflastern: Der Bandname „Girlsmission“ war schnell gefunden, dann wählten die Girls ihr virtuelles Instrument. Von Bass bis E-Gitarre war für jede was dabei. Da die Instrumente nur auf dem Server der Agentur existieren, war das Fotoshooting eher eine Trockenübung: Gar nicht so leicht, eine unsichtbare E-Gitarre zu halten und den Bühnenauftritt zu simulieren.
Passt die Gitarre später auf dem Bildschirm nicht genau in die Hand – kein Problem. Dazu gibt es die Technik. Auf dem PC werden Fotos der Mädchen so bearbeitet und animiert, als ob sie nie etwas anderes als eine E-Gitarre in den Händen gehalten haben.

Diese ganz legale Art der Bildmanipulation hat der „Girlsmission“ gefallen: „Ich finde das witzig“, sagt Inka Baumgarten (13). „Obwohl ich nicht gedacht hätte, dass Bildbearbeitung und auch das Aufnehmen unseres Gesangs so lange dauert.“ Trotz neuester Technik macht eben immer noch der Ton die Musik und der muss stimmen. Aber auch hier lernten die Mädchen: Ist eine Passage etwas schief, muss nur diese wiederholt und kann dann in das ganze Stück eingefügt werden.

Inka und ihre Freundin Jelka Zarsteck vom Alten Gymnasium fühlten sich nicht nur virtuell, sondern "ganz in echt" wohl in ihrer neuen Band. "Es macht Spaß, dass wir zusammen produzieren. Auch wenn wir kaum Erfahrung im Singen haben."

Auch Anna gefiel es in der Agentur und sie würde gerne dort später gerne arbeiten. "Die Atmosphäre ist toll, man kann sich mal unterhalten und muss nicht nur arbeiten", hat die Schülerin festgestellt. Das ist jedoch nicht immer so: Das "Girlsmission"-Projekt hatte quasi den halben Betrieb der 13-köpfigen Informationsgesellschaft lahmgelegt, heute wird auch dort wieder normal gewerkelt. Und das gemacht, was die Mädchen gestern Nachmittag über die Schultern der Mitarbeiter verfolgen konnten: Musik und Fotos werden in der Flash-Animation zusammen gefügt und mit Extras versehen.Klickt man mit der Maus zum Beispiel auf ein Bandmitglied, gibt's Online-Applaus und es erscheint ein kleiner Steckbrief. Den kompletten "Girlsmission"-Auftritt finden Besucher unter www.informationsgesellschaft.com. Der Eintritt ist frei.

Nina Svensson

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