Lack und Lötkolben in Mädchenhand Kann man sich mit einem Lötkolben die Fußnägel lackieren?
Natürlich nicht. Aber es sieht lustig aus, wenn das jemand versucht. Ayca und Yasemin dürfen sich wegen solcher Ideen und vor allem ihrer Umsetzung in ein Video seit gestern „Miss Technik Bremen" nennen.
Die 16 und 17 Jahre alten Mädchen hatten sich mit 18 anderen Teams an dem erstmals ausgerichteten Wettbewerb beteiligt. Ziel der Organisatoren von der Bremer Bildungsgesellschaft „LernMIT": Mädchen Mut zu machen, neue Wege zu gehen. „Ein solcher Wettbewerb kann Mädchen motivieren, sich auch auf ungewohnten Feldern auszuprobieren", kommentierte die Schirmherrin der Aktion, die Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe. Denn altbekannt ist: Mädchen wollen gern Arzthelferinnen, Verkäuferinnen oder Friseurinnen werden. Unter den zehn beliebtesten Berufen kommt etwa der Elektroinstallateur nicht vor. „Tatsächlich sinkt das Interesse an solchen Berufen sogar", zitierte Hauffe neue Meinungsumfragen. Was man in der Frauengleichstellungsstelle bedauert: „Es wäre für die Mädchen langfristig doch ganz angenehm, etwas mehr Geld zu verdienen und bessere Aufstiegsmöglichkeiten zu haben", sagt die Arbeitsmarkt-Referentin Birgit Gessner. Ayca und Yasemin jedenfalls sagen von sich: „Wir interessieren uns für Technik." Und sie wären in technischen Berufen auch gut aufgehoben, fanden die Juroren.
Nach einer ersten Auswahl über 50 Sachfragen, die im Internet zu beantworten waren, arbeiteten die beiden Neuntklässlerinnen unter Anleitung von Studentinnen bei DaimlerChrysler mit. In die dritte Runde drangen nur noch die drei besten Teams vor. Unter Aufsicht der Fachleute von der Bremer "Informationsgesellschaft" drehten die "Brottüten", die "Future Girls" und die siegreichen "Starken Mädels" Werbespots zum Thema Mädchen und Technik und mussten dabei ebenso mit einer Videokamera umgehen lernen wie mit Software zur Bildbearbeitung.
Mit dem Spot soll nun für den nächsten Wettbewerb im kommenden Jahr geworben werden. Derweil beginnt für Ayca und Yasemin der Ernst des Lebens. Was sie werden wollen? Für Acya steht nach dem Vorbild einer Cousine fest: „Industriemechanikerin, da hat man auch mit Informationstechnologie zu tun." Yasemin lächelt bei der Frage: „Am liebsten Krankenschwester." |