Technische Fähigkeiten erprobt Frauen sind nach wie vor in technischen Berufen unterrepräsentiert. Ein neuer Wettbewerb hat deshalb das Ziel, sie an neue Berufsfelder heranzuführen.
Die Entscheidung ist gefallen: Ayca Pollat und Yasemin Aktas von der Schule Koblenzer Straße in Osterholz sind gestern zum „Miss Technik Team 2003" gekürt worden. Sie konnten sich in einer spannenden Endrunde gegen zwei Konkurrenzmannschaften durchsetzen. Die Jury hatte es alles andere als leicht. „Alle drei Teams, die bis in die Endrunde gekommen sind, haben eine tolle Leistung hingelegt", sagt Antje Garrels-Nikisch, Organisatorin des Wettbewerbs „Miss Technik Bremen 2003".
Der netzgestützte Wettstreit um technische Fähigkeiten von Mädchen ist in diesem Jahr zum ersten Mal in Bremen gelaufen. Zur ersten Runde hatten sich im Mai - wie berichtet - insgesamt 19 Mädchenteams im Alter zwischen 13 und 15 Jahren angemeldet. Drei Gruppen kamen in die Endrunde. Sarah Günther, einzige Bremerin in der Fußball-Nationalmannschaft, übergab den 1. Preis - 100 Euro - an die Sieger.
Die Bremer Bildungsgesellschaft LernMIT (Lernen mit neuen Medien) hatte nach einem Vorbild aus Nordrhein-Westfalen dieses Projekt im Mai auf den Weg gebracht. Ziel des Wettbewerbs ist es, das Berufswahlverhalten von jungen Mädchen zu verändern. „Frauen sind nach wie vor in technischen Berufen unterrepräsentiert", so die Bremer Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe, die als Schirmherrin des Wettbewerbs fungierte. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Ein solcher Wettbewerb wie „Miss Technik Team Bremen" kann helfen, die Mädchen zu motivieren, sich auch auf ungewohnten Feldern auszuprobieren." Einblicke in neue Berufsfelder, das Erproben praktischer Fähigkeiten und der Umgang mit Neuen Medien: Auch das hat die Teilnahme am Wettbewerb den Mädchen ermöglicht.
Nach einem Wissenstest in der ersten Runde und verschiedenen Praxistests im zweiten Umlauf mussten die Mädchen in der Endrunde einen multi-medialen Werbespot produzieren. Der Umgang mit digitalen Foto- und Videokameras, mit Videoschnitt-Programmen und mit Software zur Bildbearbeitung waren dabei gefordert. Keine leichte Aufgabe, die die Teams jedoch mit Bravour bewältigten.
Sarah Günther unterstützt den Wettbewerb. Sie ist seit zwei Jahren als einzige Bremerin Mitglied in der Fußball-Nationalmannschaft. Zuvor spielte sie engagiert (seit 1997) in der Jugendauswahl. Als zehnjährige hatte die Bremerin den Fußball als ihren Lieblingssport entdeckt und wollte von Anfang an mit den Jungs mithalten können. „Ich bin eigentlich ganz ohne Vorbehalte an diesen eigentlich doch typisch männlich dominierten Sport herangegangen", sagt die 20-Jährige. Und sie hat festgestellt, dass die Hürden gar nicht so hoch sind. Ihr Eindruck: „Frau muss sich nur trauen." Sarah Günther hat gerade in Bremen das Abitur geschafft und möchte Lehrerin werden. Den Wettbewerb „Miss Technik Team Bremen 2003" unterstützt sie aus Überzeugung: „Ich finde es gut, wenn Mädchen bei diesem Wettbewerb beweisen können, dass sie in Sachen Technik mindestens genau so gut sind wie die Jungen", erklärte die Nationalspielerin. |