Mit der Bohrmaschine den Rap getanzt Zwei starke Mädels sind „Miss Technik Bremen 2003“
Ayca und Yasemin von der Schule Koblenzer Straße sind stark. Ganz starke Mädels. Genau so nannten sie ihr Team, mit dem sie gestern den Titel „Miss Technik Bremen 2003“ holten. Sarah Günther, einzige Bremerin in der Fußball-Nationalmannschaft, gratulierte mit Blumen und 100 Euro für die beiden Schülerinnen.
Doch nicht nur das fröhliche Duo, sondern alle drei Teams der Endrunde haben tolle Leistungen gebracht, befand Antje Garrels-Nikisch als Organisatorin des Wettbewerbs. Und der war mit seinen Anforderungen nicht ohne. 19 Mädchenteams im Alter von 13 bis 15 Jahren stellten sich dem netzgestützten Wettstreit um technische Fähigkeiten, der in Bremen in diesem Jahr zum ersten Mal veranstaltet wurde. Technisches Wissen in Theorie und Praxis waren in den ersten beiden Runden gefragt, die drei Teams der Endrunde mussten einen multimedialen Werbespot produzieren. Mit professioneller Unterstützung der Multimedia-Agentur „die Informationsgesellschaft“ unterlegten sie den „Miss Technik Rap“ der Mädchenband „girlsmission“ mit bewegten Bildern. Dafür wurden digitale Aufnahmen mit Video-Schnittprogrammen und spezieller Software bearbeitet.
Die Zuschauerinnen und Zuschauer sparten nicht mit Beifall für die gelungenen Werke der Teams „Starke Mädels“, „Brottüte“ und „Future Girls“. Dass ein ernsthafter Wettbewerb keine Spaßbremse sein muss, zeigte Aycas und Yasemins Spot sehr deutlich: Da tanzte nicht nur die Bohrmaschine den Rap, da wurde auch oft und herzlich gelacht. Ein Beweis dafür, dass Technik auch spaßig sein kann – insbesondere dann, wenn so herzerfrischend fröhliche Mädchen sich der Sache annehmen. Ernsthafter Hintergrund des Wettbewerbs ist die Tatsache, dass Frauen in technischen Berufen nach wie vor unterrepräsentiert sind. Nach einer neuen Umfrage sinkt der Anteil inzwischen sogar, wie die Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe anlässlich der Preisverleihung berichtete.
Zumindest Ayca Polat peilt einen technischen Beruf an, sie möchte Industriemechanikerin lernen. Ihre Teamkollegin Yasemin Aktas dagegen strebt in einen eher traditionellen Frauenberuf, sie denkt daran, Krankenschwester zu werden. Die Preisübergabe durch Fußballerin Sarah Günther nutzte Ulrike Hauffe für das Bohren dicker Bretter. Sie kämpft mit dem Werder-Vorstand seit vielen Jahren darum, endlich eine Frauenmannschaft aufzustellen. Hauffe: „Die Herren zieren sich immer noch hartnäckig.“ |