Ihr Browser scheint keine Layer zu unterstützen.
Bitte wechseln Sie zu der barrierefreien Version.

















zur startseite

Starke Mädels holen sich den Miss-Technik-Titel

Ayca Polat und Yasemin Aktas überzeugen die Jury mit einem witzigen multimedialen Werbespot und werden zum „Miss Technik Team Bremen 2003" gekürt.

Wie gut, dass Antje Garrels-Nikisch vom der Bremer Bildungsgesellschaft LernMIT im Internet auf den Miss Technik-Wettbewerb in Nordrhein-Westfalen aufmerksam geworden ist. Nach diesem Vorbild hat ihr Team das Projekt im Mai auf die Beine gestellt. Ziel ist es, das Berufswahlverhalten von Mädchen zu verändern.

Nach drei Runden wetteifern „Starke Mädels", „Brottüte" und „Future Girls" um den Titel

Im Wettstreit um praktische Fähigkeiten und den Umgang mit Neuen Medien haben 19 Mädchenteams im Alter von 13 bis 17 Jahren in der ersten Runde einen Wissenstest absolviert. Die verbliebende dreizehn Teams haben verschiedene Praxistests durchlaufen. Drei Teams blieben übrig und produzierten in einem eintägigen Workshop einen multi-medialen Werbespot. Da war der Umgang mit digitaler Foto- und Videokamera, mit Schnittprogramm und mit Software zur Bildbearbeitung gefragt. Keine leichte Aufgabe, aber alle drei Teams hätten eine tolle Leistung hingelegt, betont Garrels-Nikisch.

Gewinnerspot zum Thema „Selbst ist die Frau"

Warum die türkischen Mädchen Ayca (17) und Yasemin (16) gesiegt haben, liegt auch an ihren spritzigen Ideen, die sie in ihrem Spot verarbeitet haben. Ein Spot, der genau auf den „Miss Technik Rap" zugeschnitten sein sollte. „Wir wollten was Lustiges machen, wo die Leute Spaß dran haben", sagt Yasemin. Der Film der beiden zeigt, wie sich die Miss Technik selbst zusammenbaut und anschließt - selbst ist die Frau! Für ihre kuriosen Filmeinlagen ernten sie prustendes Gelächter im Publikum. Mit ihrer Arbeit werden sie noch viele begeistern, denn ihr Spot wirbt für die Wahl „Miss Technik Bremen 2004".

Neugier und Entdeckerinnenlust wecken

Den Preis von 100 Euro überreicht Sarah Günther, Bremer Mitglied der Fußball-Nationalmannschaft. „Ich finde es gut, wenn Mädchen bei diesem Wettbewerb beweisen können, dass sie in Sachen Technik mindestens genau so gut sind wie die Jungen", sagt die 20-Jährige. Mädchen zu motivieren, sich auf ungewohnten Feldern auszuprobieren, hält auch Ulrike Hauffe, die Bremer Landesbeauftragte für Frauen, für wichtig, denn Frauen seien nach wie vor in technischen Berufen unterrepräsentiert. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf", sagt sie.
Deswegen interessiert auch alle, was sich die beiden Türkinnen beruflich vornehmen wollen.

„Und was wollt ihr mal werden?"

Für Ayca steht erst einmal fest, dass sie Industriemechanikerin werden will. Ihre Lehrerin Diana Grammel setzt hinzu, dass sie möglicherweise auch studieren könnte. Hut ab, denn beide kurdischen Mädchen sind erst seit 20 Monaten in Bremen, sprechen aber schon gut Deutsch. Einen Internetanschluss haben sie nicht zu Hause. Aber Väter, die ganz interessiert sind am Werdegang der Mädchen, erzählt Grammel und fügt hinzu: „Eine Ausnahme." Ganz besonders freut sie, dass mit dem Titelgewinn einem gängigen Vorurteil entgegen getreten werden kann: Die beiden gehen nämlich in Tenever zur Schule.
Dagegen zielt der Berufswunsch von Yasemin in eine andere Richtung: „Ayca hat mich mitgezogen", sagt sie, „Technik finde ich auch interessant, aber in dem Bereich möchte ich nicht gerne arbeiten." Sie möchte mit Menschen zu tun haben und Krankenschwester werden. Aber vielleicht packt sie ja die Lust dazu doch noch, denn auch im Krankenhaus läuft heutzutage nichts mehr ohne Computer und hoch entwickelte Medizintechnik.

SucheImpressum